HTTPS oder HTTP für SEO? Alle Fakten!

In 2016 gibt es kaum noch Gründe HTTP zu verwendenBereits im August 2014 verkündete Google, dass jeder der HTTPS verwenden wird einen positiven Einfluss auf seine Rankings erfahren wird. Die meisten SEOs und Unternehmer halten sich strikt daran was Google empfiehlt, doch hier scheint es anders zu sein. Die meisten Websites verwenden noch HTTP.

Wieso bevorzugt Google HTTPS und welche Vorteile bringt das mit sich? Weshalb haben die meisten Unternehmen die Änderung noch nicht durchgeführt und wie sehr werden die Rankings davon beeinflusst?

HTTPS vs. HTTP – Grundlegende Fakten

Egal ob man Betreiber oder Besucher einer Website ist: Sicherheit ist für beide Seiten wichtig. Um diese garantieren zu können, wird in der Regel auf eine vernünftige Verschlüsselung gesetzt.

Damit verstanden werden kann wie dies funktioniert und warum Google großen Wert darauf liegt, muss zunächst der Unterschied zwischen HTTP und HTTPS erläutert werden.

HTTP: HyperText Transfer Protocol

HTTP heißt HyperText Transfer Protocol und ist ein System das dafür sorgt, dass Informationen über das Internet gesendet und empfangen werden können. Bei HTTP handelt es sich um ein Application Layer Protocol, was bedeutet, dass es sich hauptsächlich damit beschäftigt wie die Informationen dem Nutzer präsentiert werden. Wie diese vom Absender zum Empfänger gelangen spielt dabei nahezu keine Rolle.

HTTP ist so beliebt, da Informationen sehr schnell versendet werden können. Das liegt vor allem daran, dass viele Daten außer Acht gelassen werden und so geringere Datenmengen durch das Netz fließen müssen.

Wann wird HTTP verwendet?

Wenn man einen Blick auf die meisten Websites von KMUs wirft wird man schnell sehen, dass sie alle HTTP verwenden. Früher verwendeten nur Websites HTTPS, die geheime Informationen, wie beispielsweise Kreditkartendetails, übermittelten.

HTTPS: Secure HyperText Transfer Protocol

HTTPS wurde entwickelt um den gesicherten Austausch von Informationen im Internet zu HTTPS schützt die Daten vor Zugriffe Fremdergewährleisten. Geheime Daten zu versenden ist nur dann möglich, wenn man sicher sein kann, dass niemand fremdes Zugang zu ihnen bekommen kann. Genau dies tut HTTPS. In vielen Belangen gleichen sich die beiden Protokolle sehr. HTTP und HTTPS Klienten wie beispielsweise Google Chrome und Firefox bauen eine Verbindung zu einem Server auf einem Standard Port auf. HTTPS bietet jedoch zusätzliche Sicherheit, da die angeforderten Daten per TLS zum Empfänger transportiert werden. HTTPS ist somit die sichere Version von HTTP.

Der Hauptunterschied ist, dass standardgemäß der TCP Port 443 verwendet wird.

HTTPS ist quasi eine Zusammenarbeit von HTTP und TLS. Während das eine Protokoll (HTTP) sich darum kümmert, wie die Daten dem Nutzern präsentiert werden, ist es die Aufgabe des anderen Protokolls (TLS) die versendeten Daten vor dem Zugriff Fremder zu schützen. Insgesamt bietet die Verwendung von TLS drei wichtige Vorteile:

1.    Verschlüsselung: Die versendeten Daten können nicht abgefangen und ausgelesen werden.
2.    Datenintegrität: Die Daten können während des Transfers nicht unbemerkt modifiziert werden.
3.    Authentifizierung: Der Nutzer kann sich sicher sein, dass er tatsächlich im Kontakt mit der besuchten Website steht.

Googles Meinung zu HTTPS

Es ist keine Überraschung, dass Google sich darüber freut wenn die Nutzer auf Websites geleitet werden, die sicher sind und die Daten der Besucher schützen. Der verschlüsselte Versand von Informationen bietet viele Vorteile.

Mittlerweile wurde in vielen Case Studies gezeigt, dass HTTPS auch die Google Rankings positiv beeinflusst, was sich mit den Aussagen des Konzerns deckt. Ob es tatsächlich vertrauliche Informationen zu übermittelt gibt oder nicht spielt dabei keine Rolle.

Obwohl es sehr kompliziert ist einen Rankingfaktor zu isolieren und seine alleinige Wirkung auf die Platzierungen zu überprüfen, wird davon ausgegangen, dass der Einfluss von HTTPS aktuell vergleichsweise schwach ist. Viele Experten sind jedoch der Meinung, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern könnte. Sicherheit im Netz wird eine immer größere Rolle spielen.

Weshalb jetzt zu HTTPS gewechselt werden sollte

Wer Wert darauf legt, dass sich die Besucher sicher auf der Website fühlen, sollte jetzt auf HTTPs wechseln. Zudem bringt es viele weitere Vorteile und trägt dazu bei, dass man einen guten Eindruck bei Google hinterlässt.

•    Bessere Rankings

Beginnen wir mit dem was auf der Hand liegt. Bessere Rankings sind bares Geld wert und jede Möglichkeit mehr organische Besucher zu bekommen sollte in jedem Fall genutzt werden. Auch lokale Unternehmen genießen bessere Rankings durch HTTPS.

•    Referrer Data

Über Google Analytics kann besser ausgelesen werden woher der Besucher kam. Bei Verwendung von HTTP wird er häufig als “Direct” angezeigt, also ohne Referrer Informationen. Durch die Verwendung von HTTPS bekommt man also einen Informationsvorsprung und kann diesen nutzen um seine Marketingbemühungen zu fokussieren.

•    Sicherheit und Privatsphäre

Es stellt sicher, dass der Benutzer tatsächlich auf der angebotenen Website landet und mit dieser kommuniziert, verhindert den Eingriff Fremder in den Datenverkehr und macht die Website somit deutlich sicherer. Jegliche Kommunikation wird verschlüsselt, sodass die Browsing Historie nicht ausgelesen werden kann und niemand an sensible Daten gelangt.

Besonders wer eine Website neu aufsetzt sollte direkt zu HTTPS greifen um alle Vorteile von Beginn an zu nutzen. Mit HTTP zu anzufangen und anschließend zu wechseln wäre ein Fehler.

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Gibt es SEO Nachteile wenn man zu HTTPs wechselt?

Wer von HTTP zu HTTPS wechseln möchte, sollte sich keine großen Gedanken über SEO machen. Google hat den Webmasters eifrig gesagt, dass es ein sicheres Prozedere ist. Dennoch sollte man sich an einige Regeln halten um sicherzustellen, dass der Traffic nicht einbricht.

Dabei ist es wichtig Google mitzuteilen, dass man nun HTTPS anstelle von HTTP verwendet.

Folgende Tipps gibt Google:

1.    Sich für ein Single, Multi oder Wildcard Zertifikat entscheiden.
2.    Ein 2048-bit Zertifikat nutzen.
3.    Relative URLs verwenden.
4.    Die HTTPS Website nicht in die Robot.txt integrieren.
5.    Die Indexierung erlauben, no index vermeiden.
6.    Die Migration von HTTP zu HTTPS genau über Google Webmaster Tools beobachten.

Eine fähig Agentur kann die Website der Kunden problemlos umziehen. Wer es selbst machen möchte, sollte sich zuvor eine gute Anleitung durchlesen.

Das Fazit zu HTTPS und SEO

Es ist klar, dass HTTPS dabei hilft in Goolge Gunst zu rücken. Zusätzlich zu den bereits oben angesprochenen SEO Vorteilen ist HTTPS das deutlich sicherere System um eine Website zu betreiben. Die Kosten halten sich sehr in Grenzen. Üblicherweise muss man mit etwa 1€/Monat rechnen.

Ich würde mich sehr freuen wenn sich Menschen bei mir melden würden, die kürzlich von HTTP zu HTTPS gewechselt sind und ihre Erfahrungen mit mir teilen würden. Dazu bitte einen Kommentar hinterlassen, oder per E-Mail an info@sacando.de wenden!